Archiv für den Monat: Juni 2017

Der Teufelskreis der Angst

Raus aus der Angst und hinein in Dein schönes Leben

Wird Ihr Leben von Ängsten bestimmt?

Leiden Sie unter Panikattacken?

Oder haben Sie vor einer ganz bestimmten Situation Angst?

Leiden Sie unter einer Phobie?

Wenn Ihre Panikattacken ohne bestimmten Auslöser auftreten – spricht man von einer Panikstörung.

Wenn Sie eine Panikattacke bekommen, weil Sie sich in einem engen Raum befinden (Klaustrophobie) oder Angst haben das Haus zu verlassen (Agoraphobie) – wenn Sie also vor etwas bestimmtem Angst haben -spricht man von einer Phobie. Das können auch Ängste vor Tieren, vor der Höhe oder vor dem Fliegen sein…

Wenn Sie ständig Angstgefühle haben und sozusagen vor allem Angst haben, spricht man von einer generalisierten Angststörung.

Was ist der Teufelskreis der Angst?

Wenn Sie unter Ängsten leiden, kennen Sie sicher den Teufelskreis der Angst:

Ein Panikanfall beginnt mit der Wahrnehmung körperlicher Reize wie Herzklopfen oder leichtes Schwitzen. Diese eigentlich harmlosen Körpergefühle werden als Gefahr bewertet.

Während einer Panikattacke glauben viele Menschen, dass Sie unter einer schweren Krankheit leiden oder dass ihr letztes Stündchen geschlagen hat. Das Bewerten der Situation als große Gefahr führt dann auf der emotionalen Ebene zur Angst. Das ruft wiederum stärkere Körpergefühle hervor und noch mehr Angst. So schaukelt sich die körperliche, die emotionale und die Bewertung der Situation immer höher.

Es entsteht ein Denkmuster, das mit Emotionen und körperlichen Reaktionen gekoppelt ist und sich immer weiter steigern kann.

Dieses Denkmuster wird erweitert und ausgebaut – und über die Erwartungsangst – die Angst vor der Angst- noch im Vorfeld immer weiter manifestiert.

ES GIBT POSITIVE VERKNÜPFUNGEN IM GEHIRN UND NEGATIVE…

Stellen Sie sich vor – wie beim Teufelskreis beschrieben, dass Ängste eine Art Verknüpfung in Ihrem Gehirn sind. Alles was Sie lernen und erfahren, wird in Ihrem Gehirn verknüpft und abgespeichert.

Wenn Sie an etwas Schönes denken, rufen Sie Verknüpfungen auf, die mit schönen Gefühlen verbunden sind. Sie haben im Urlaub einen wunderschönen Sonnenuntergang gesehen. Sie erinnern sich an das Bild, die Geräusche, den Geruch und die Gefühle. Alles wird über alle Sinne verknüpft und abgespeichert.

Positives Netzwerken im Gehirn

Raus aus der Angst und hinein in Dein schönes Leben

Letztendlich finden wir alle Antworten – auf die Vorgänge bei Angststörungen und die Ursachen für Angststörungen – in unserem Gehirn:

Unser Gehirn ist ein gigantisches Netzwerk an Nervenzellen und Schaltstellen zwischen den Nervenzellen. Die Nervenzellen korrespondieren miteinander über elektrische Impulse.

Und es gibt die sogenannten Neurotransmitter. Das sind Botenstoffe. Die Botenstoffe werden im Körper produziert und bewirken zum Beispiel, wie unsere Stimmung ist (Serotonin).

Der Botenstoff Adrenalin sorgt dafür, dass man hellwach wird, der Puls wird beschleunigt und das Herz schlägt schneller. Wenn wir etwas erleben oder an etwas denken, was uns Angst macht, schütten wir viel Adrenalin aus und es kommt zu körperlichen Reaktionen – wie wenn wir uns in größter Gefahr befänden. Jede einzelne körperliche Reaktion kann erklärt werden, weil der Körper mit dem Fluchtreflex reagiert.

Der Körper wird sehr schnell mit sehr vielen Nährstoffen und Sauerstoff versorgt, um fliehen zu können.  Nur rennen wir in den seltensten Fällen weg und bauen das Adrenalin wieder ab, sondern wir erstarren in der Situation.

Ich erkläre Ihnen das, um Sie vollständig zu beruhigen. Es passiert während einer Panikattacke letztendlich auf der körperlichen Ebene etwas ganz normales. Sie brauchen keine Angst zu haben, dass etwas mit Ihrem Körper nicht stimmt oder daß Sie an diesen Reaktionen sterben könnten. Es hat alles etwas damit zu tun, daß Ihr Körper in Höchstform auffährt – diese Energie aber gar nicht genutzt wird, sondern im Körper „implodiert“.

Ebenso weiß man aus der Gehirnforschung, daß bestimmte Areale im Gehirn bei ängstlichen Menschen stärker aktiv oder weniger aktiv sind als bei „normal“ ängstlichen Menschen. Dabei geht es um die Amygdala (höher erregbar) – Teil des limbischen Systems, den Hippocampus (hiermit kann  man sein Verhalten flexibel auf Situationen anpassen) und dem linken präfrontalen Cortex, der für positive Gefühle sorgt (dieser ist oft unteraktiviert).

Die Über – oder Unteraktivitäten der Areale im Gehirn entstehen durch Verknüpfungen, Erfahrungen, Bewertungen und natürlich auch aus genetischen Veranlagungen heraus.

Aber eines ist sehr wichtig – unser Gehirn spielt eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung und Bewältigung von Ängsten.

Und dieses Wissen aus der Gehirnforschung kann man nutzen, um dem Gehirn zu helfen, die Ängste wieder zu verlernen und somit zu bewältigen.

 

Ursachen für Angststörungen

Raus aus der Angst und hinein in Dein schönes Leben

Es gibt Menschen, die anfälliger sind für Ängste und Menschen, die weniger anfällig sind.

Woran liegt das?

Es gibt mehrere Ursachen:

  • Sie haben schon als Kind viel Belastendes erlebt und schon früh negative Netzwerke in Ihrem Kopf angelegt
  • Sie hatten als Kind nicht die Sicherheit und Geborgenheit, die ein Kind braucht und können deshalb den Stressmodus schlecht herunterfahren
  • Sie haben traumatische Erfahrungen gemacht, die Sie nicht verarbeiten konnten
  • Sie haben schwere Verluste erlebt
  • Sie tun oft Dinge, die Sie gar nicht möchten, um es anderen Recht zu machen
  • Sie handeln gegen Ihre Bedürfnisse und hören selten auf Ihr Bauchgefühl
  • Sie erleben viel Überforderung und leben in einem Stress-Hamsterrad
  • Sie befinden sich in Beziehungen, die sehr konfliktreich sind und wissen nicht, wie Sie diese Konflikte lösen können

 

Die Ursachen möchte ich Ihnen gerne ausführlich erklären:

Stellen Sie sich vor, ein Kind verknüpft in seiner Entwicklung ständig seine Erfahrungen. Sie tun das als Erwachsener auch. Aber Sie haben andere Bewältigungsstrategien zur Hand – als ein kleines Kind. Kinder können noch nicht viel Stress bewältigen – Sie brauchen deshalb ja unseren Schutz und unsere Fürsorge. Oft geschehen Dinge in einem Kinderleben, die auch von den Eltern nicht gewünscht waren. Ein Elternteil wird physisch oder psychisch krank. Die Eltern verstehen sich nicht gut und streiten viel. Oder Eltern haben selbst viele Ängste und die Kinder nehmen diese Ängste auf – auch wenn die Eltern das gar nicht wollten.

Nun verknüpft der kleine Kinderkopf vielerlei Erfahrungen – natürlich auch, die die Angst gemacht haben oder Stress ausgelöst haben. Und der Ausbau des negativen Netzwerkes beginnt. Die Nervenzellen korrespondieren miteinander und legen so etwas wie eine „Straßennetz“ an. Dieses negative Netzwerk ist ein guter Nährboden für depressive Erkrankungen und Angststörungen.

Das heißt es wird Ihnen sehr helfen, wenn Sie lernen „anders zu denken“ und Situationen „anders zu bewerten.“

Vielleicht haben Sie schon früh gelernt – dass die Pflicht ruft. Erst werden die Pflichten erledigt und dann kommt man selbst dran mit seinen Bedürfnissen. Ein pflichtbewusster Mensch zu sein – ist etwas sehr lobenswertes. Wenn Sie selbst aber immer zu kurz kommen, dann kann es sein, dass Ihre Seele Hilferufe sendet. Das können kleine Hinweise sein, dass Sie Ihr Leben verändern sollten. Und wenn Sie dann wieder Ihre Bedürfnisse übergehen, wird Ihre Seele etwas massiver und sendet Ihnen eine Panikattacke. „Hallo – mir geht es nicht gut so – bitte ändere etwas. Kümmere Dich um Dich selbst!“ Hier wird es Ihnen sehr helfen, wenn Sie lernen Ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und Ihr starkes Pflichtbewusstsein in ein Fürsorgebewusstsein Ihnen selbst gegenüber zu verwandeln.

Spüren Sie Ihr Bauchgefühl? Kennen Sie das? Sie haben genau gespürt, dass Sie etwas tun, was sich nicht gut angefühlt hat, aber sie haben sich mit Argumenten SELBST überzeugt, es doch zu tun. Und es stellt sich heraus, dass es falsch war. Und Sie hatten es schon gespürt? Haben Sie lernen dürfen, auf Ihr Bauchgefühl zu hören? Wurden Sie darin bestätigt oder haben Sie gelernt, dass der Verstand alleine – mit seinen Argumenten – Entscheidungen trifft? Wenn Sie sich nur auf die Argumente Ihres Verstandes verlassen, kann es sein, dass Sie sich übergehen und nicht ernst nehmen. Dass Sie sich wenig vertrauen und nicht auf Ihre einmalige, innere Weisheit hören.

Eine große Hilfe ist für Sie, wenn Sie lernen wieder auf Ihr Bauchgefühl zu hören.

Wenn Sie als Kind Verlassenheits- Erfahrungen gemacht haben oder sich nicht wirklich auf Ihre Eltern verlassen konnten, haben Sie in Situationen, die Ihnen Angst gemacht haben, nicht die Unterstützung bekommen, die Ihnen geholfen hätte, die Angst zu besiegen, sich wieder zu beruhigen und zu entspannen. Sie konnten die Gefühle nicht überwinden durch beruhigende Worte und Gesten.

Sie haben die Angst in sich eingeschlossen, weil es zu wenig Trost und Halt gab. Das kann geschehen – ohne dass Eltern das beabsichtigen. Vielleicht weil die Eltern selbst in vielen Situationen überfordert waren.

Menschen, die zu wenig Sicherheit und Geborgenheit erlebt haben, können Stress schlechter abbauen, als Menschen, die sich stets in ihrem Urvertrauen bewegt haben. Stress führt zu einem erhöhten Adrenalin- und Cortisolspiegel. Und dieser wird nachweislich bei – „nicht sicher gebundenen“ Menschen – viel schlechter und langsamer wieder abgebaut.

Deshalb finden diese Menschen dann auch schlecht in den Schlaf – Sie können sich schlecht entspannen und loslassen – weil Ihr Adrenalinspiegel und das Cortisol, für viel Unruhe im Körper sorgen. Wie schön und erleichternd wäre es für Sie, wenn Sie Hilfsmittel an die Hand bekämen, durch die Sie Stress schnell abbauen können?

Vielleicht haben Sie einschneidende – traumatische Erfahrungen gemacht. In dem Moment, in dem wir uns sehr stark bedroht fühlen, schaltet unser Gehirn auf Notsituation. Es wird so viel Adrenalin ausgeschüttet (Fluchtreflex), dass bestimmte Bereiche im Gehirn abgeschaltet werden, damit es von der Adrenalinausschüttung nicht geschädigt wird. Deshalb können Menschen, die ein Trauma erlebt haben – dieses nicht verarbeiten. Die Erfahrung kann nicht im autobiografischen Gedächtnis abgelegt werden. Stellen Sie sich vor- Ihr Gehirn ordnet alle Erlebnisse autobiografisch – wie in ein Regal ein. Sie wissen – was erst vor kurzem passiert ist und Sie wissen- was schon lange her ist. Alles chronologisch sortiert. Bei einem Trauma ist nichts einsortiert. Es ist unaufgeräumt.Ein kleines Erinnerungsmolekül kann die gesamte Erinnerung mit all Ihren unverarbeiteten Emotionen blitzartig ,in Ihr Bewusstsein bringen. Sie verstehen dann oft selbst nicht, warum Sie so heftig reagieren. Das liegt daran, dass etwas Unverarbeitetes an die Oberfläche gekommen ist. Traumatische Erfahrungen sind oft ursächlich verantwortlich für Angststörungen oder Depressionen. Die Verarbeitung des Erlebten über die Bearbeitung der Bilder, führen schnell zu einer Linderung der Symptome. Und sind sehr hilfreich bei der Angstbewältigung.

Es sind komplexe Vorgänge, die zu Angststörungen oder Phobien führen.

Es ist oft ein Mix aus aktuellen Anlässen und frühen Erfahrungen, die gemeinsam ungünstig wirken.

 

 

 

Die soziale Phobie

Raus aus der Angst und hinein in Dein schönes Leben

Was ist eine soziale Phobie?

Bei der sozialen Phobie hat ein Mensch sehr große Angst vor Situationen, in denen er sich blamieren könnte. Sie fürchten Situationen, in denen Sie im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und sich peinlich verhalten (Angst vor dem Erröten) könnten. Diese Situationen treten zum Beispiel auf beim Sprechen in der Öffentlichkeit – vor kleinen und großen Gruppen. Sie haben Angst vor zahlreichen sozialen Aktivitäten. Sie haben Angst negativ bewertet zu werden.

Oft manifestiert es sich als Redeangst.

Die Symptome sind (beispielsweise einen Vortrag vor einer Gruppe halten):

  • Erröten
  • Zittern
  • Angst zu erbrechen
  • Plötzlicher starker Harndrang oder Durchfall

Menschen, die an einer sozialen Phobie leiden, haben oft Ablehnungen erlebt oder wurden von ihren Eltern überbeschützt. Oft gab es schon immer eine gewisse Schüchternheit. Abwertende Bemerkungen von Lehrern oder Erfahrungen wie Ausgelacht werden, können eine soziale Phobie begünstigen. Menschen mit einer sozialen Phobie zweifeln sich oft an und stellen enorm hohe Ansprüche an sich selbst, die bis zum Perfektionismus gehen. Eine erhöhte Selbstaufmerksamkeit (sich mehr mit der eigenen Angst und den Angstsymptomen beschäftigen, als wirklich wahrzunehmen, wie die anderen Menschen auf Sie reagieren) und ein Sicherheitsverhalten (den Situationen aus dem Weg gehen) verstärken die Symptomatik.

Eine soziale Phobie hat einen hohen Leidensdruck für den Betroffenen. Denn wir befinden uns ja ständig in der Interaktion mit anderen Menschen. Oft behindert es auch massiv einen beruflichen Werdegang. Weil diese Menschen sehr große Angst vor Konferenzen, Sitzungen und Besprechungen haben. Sie haben Angst davor, etwas sagen zu müssen, sich es nicht zu trauen oder dass man bemerkt, wie unsicher sie sind.

 

Soziale Phobien gibt es sehr häufig (über ein Zehntel in der Bevölkerung). Leider trauen sich viele Menschen nicht darüber zu sprechen und sich Hilfe zu nehmen.